|
|
 |
Die mongolischen Hirten der Äusseren Mongolei
Die mongolischen Hirten waren kleine Reiter mit gelber Haut, kurzen Beinen und Schlitzaugen, denen ein Ruf von Angst und schrecklicher Grausamkeit voranging.
In Europa Tartaren genannt, wurden sie zu Mongolen nach Manghol, dem Volksstamm, dem ein Mann namens Temucin angehörte, der als Gengis Khan in die Geschichte eingehen sollte. |
Im Jahre 1206 war er der Herr des Steppenvolks geworden, der "in Zelten lebenden Bevölkerung der Steppen". Mattias von Paris schrieb: "Wie ein sich auf dem Boden bewegender Schwarm von Heuschrecken verursachten sie eine furchtbare Verwüstung der Länder des Orients, die sie durch Brände und Massaker zerstörten. Sie sind tierisch und haben nichts Menschliches an sich, mehr als Menschen sind sie bluthungrige Ungeheuer, die viel trinken. Sie haben keine menschlichen Gesetze, leben ohne Bequemlichkeiten, sind wilder als Bären".
Aber wie es häufig in der Politik vorkommt, bestehen auch für die auf dem Leben von Millionen von Menschen aufgebaute Macht immer ein Wendepunkt und eine Anerkennung. |
Für die Mongolen kam dies ziemlich schnell. Der Enkel des Gengis Khan, Kublai, wurde der Herr von China, ein weiser Herrscher und großer Organisator, dessen Wirken dank der Erzählungen von Marco Polo bekannt wurde.
Was ist von den endlosen Weiten, den grünen Ebenen, der Wüste Gobi (was in der Sprache der Mongolen Geröll und Steine bedeutet) und der so außergewöhnlichen Vergangenheit geblieben?
Es ist zu sagen, dass die modernen Mongolen, obwohl sie in einem für uns so weit entfernten und in gewissem Maß unwirtlichen Land leben, in mitten von Völkern und Ereignissen von ungeheuerer Reichweite ein Prellbock zwischen der Sowjetunion und, nach dem zweiten Weltkrieg, der kommunistischen China waren. In gewisser Weise mussten sie immer die Folgen aus dem Zusammenstoß der Ideologien und Interessen dieser beiden Kolosse tragen.
Der Großteil der Mongolen ist jedoch in Bezug auf die Kultur der Steppe, ihre Gewandtheit im Reiten, ihren Freiheitssinn, immer noch der vergangener Zeiten. In ihrem täglichen Leben haben die mongolischen Nomaden ganz antike Gebräuche beibehalten. Ihre Behausung ist seit Jahrhunderten immer dieselbe, das "GER", das große runde Zelt mit von einer Struktur aus Holzgeflecht gehaltenen Wänden aus mehr oder weniger dickem Filz, je nach Jahreszeit, das ausreichend groß ist, um eine ganze Familie zu beherbergen. |
 |
 |
Das Leben im "GER" läuft gemeinsam ab, die Betten sind an der Wand entlang um den Ofen angeordnet, in dem getrockneter Rinderkot verbrannt wird und der während der Zeit der starken Kälte besonders wichtig ist für das Überleben der Menschen. Der Eingang liegt in südöstlicher Richtung, um den eiskalten Monsunwind zu vermeiden, der im Winter mit 80 km/Std. von Sibirien in Nordwest-Südost Richtung weht. Die Tagesbeschäftigungen drehen sich um die Bedürfnisse der Tiere: die Weide, das Melken und die Verarbeitung der Milch.
Im Winter bedeckt sich der Boden fast überall mit einer Schicht Eis, das die Tiere aufbrechen müssen, um an das Gestrüpp zu kommen. Wenn die klimatischen Bedingungen ein Überleben der Herde unmöglich machen, ziehen die mongolischen Hirten mit ihrer gesamten Herde in ein anderes Gebiet. |
Sehr gefürchtet ist der "KZUD", der etwa alle zehn Jahre einmal auftritt. Es handelt sich dabei um starke Schneefälle, mit Schnee, der aufgrund der nachfolgenden äußerst niedrigen Temperaturen gefriert und eine für die Tiere undurchdringliche Eisschicht bildet; folglich sterben die Tiere, die nicht in der Lage sind, sich zu ernähren, an Kälte und Hunger. Die Existenz der Nomadenfamilien, bei denen es sich um 80% der Bevölkerung handelt, hängt folglich von den Bedürfnissen der Tiere ab, die ihre einzige Unterhaltsquelle sind. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie sich die gesamten Familien, wenn die Weiden um die Lager keine Nahrung mehr bieten, in wenigen Stunden mit den Herden in Marsch setzen, um neuen Weiden zu suchen. |
 |
Die mongolischen Hirten der Inneren Mongolei
In der Inneren Mongolei stellen die Nomaden eine ethnische Minderheit von etwa 2,5 Millionen Personen dar; sie befinden sich hier in einem schwierigen und delikaten Gleichgewicht des Zusammenlebens mit der Mehrheit (18 Millionen) einer ursprünglich aus China kommenden Bevölkerung. Die beiden Volksstämme haben nie sehr freundschaftliche Beziehungen gepflegt, noch heute riskiert ein in eine Stadt oder ein Dorf kommender Nomade, dass seine Anwesenheit zu einer Schlägerei führt. |
Der Groll ist Jahrhunderte alt und geht auf die Überfälle der Steppenbevölkerung in alten Zeiten zurück. Letztlich wurde vor über 2000 Jahren zum Schutz gegen diese Überfälle die Chinesische Mauer gebaut.
Die Chinesen, ein Bauernvolk, verachten die Söhne der Steppe, die sie Sao-ta-tse (stinkende Tartaren) nennen; die Mongolen hingegen geben den Chinesen den Schimpfnamen Kara-kitat (schwarze Sklaven).
Aber nur sie, die Mongolen, die Nachfahren des Gengis Khan, sind in der Lage, in der Steppe zu leben. |
 |
Sie sind es, die seit über Tausend Jahren das Geheimnis des Kaschmirs kennen, (die Chinesen hatten die Seide und hielten die Wolle den niedrigeren Schichten vorbehalten). Als Nomaden leben sie von der Viehzucht in ungefähr 10.000 Familien. |
 |
Die tibetanischen Nomaden
Heute besteht etwa die Hälfte der tibetanischen Bevölkerung aus Voll- oder Halbnomaden.
Zur ersten Gruppe gehören die Familien oder Klans, die nicht ständig in einer Gegend leben, sondern mit dem Wechsel der Jahreszeiten im Land herumziehen, während zur zweiten Gruppe diejenigen gehören, die die Wintermonate in bestimmten Gebieten des Landes verbringen und ihre Herden nur im Sommer auf die Weiden in anderen geografischen Gebieten bringen. |
Die tibetanischen Nomaden (Drokpa oder Drogpa) ziehen in Gruppen von bis zu 20 oder auch mehr Familien umher. Jede Familie lebt in einem viereckigen Zelt aus Yakfell, das alle Schätze der Familie enthält, der das Zelt gehört. Im Zelt ist Platz auch für einen Familienaltar mit Buddhabildern, der ständig von Kerzen aus Yakbutter beleuchtet ist. Neben dem Altar befindet sich eine Schachtel, die die Wertgegenstände der Familie enthält. Die zu der Gruppe gehörenden Familien bauen die Zelte in einem gewissen Abstand von einander auf, normalerweise weil der Boden so arm ist, dass die Ziegen und Yak gezwungen sind, auf einem weiten Gelände zu weiden, um sich ausreichend zu ernähren.
Das tibetanische Nomadentum ist durch den durch die Jahreszeiten bedingten Rhythmus charakterisiert, je nach der Jahreszeit ziehen die Klans, Stämme und Familien mit ihren Herden von den Sommerweiden der Berge und den Hochebenen in die gegen die eisigen Winterwinde geschützten südlichen Täler. |
Die Entscheidung in ein neues Gebiet zu ziehen wird gemeinsam von den der Gruppe angehörenden Familien getroffen. Die soziale Grundform der Nomadengruppen stellt die Familie dar, innerhalb dieser sind die Beziehungen durch klar definierte Gebräuche und Traditionen geregelt. In der Vergangenheit war die Polyandrie vorherrschend (eine Frau heiratet zwei Männer, normalerweise zwei Brüder). Heute ist die Polyandrie immer noch verbreitet, jedoch in geringerem Maße als in der Vergangenheit. In jeder Nomadenfamilie, sowohl im Fall der Polyandrie als auch im Fall der Monogamie, ist die Rolle der Frau der des Mannes absolut gleichgesetzt und ihr werden Aufgaben von großer Bedeutung übertragen.
Am Tage bewachen die Männer die Ziegen- und Yakherden, während die Frauen und Kinder sich um die Arbeiten kümmern, die zu Hause gemacht werden: sie weben Decken, gerben Schafsfelle und machen Butter und Käse. In der tibetanischen Gesellschaft sind die Beziehungen der sesshaften Bevölkerung (Bewohner der Städte und Bauern) und der Nomaden durch den Tausch der Nahrungsmittel und Waren gegenseitig voneinander abhängig; durch den Handel kommen die Nomaden an Tsampa (geröstetes Graupenmehl) und die Bauern an Butter, Käse und Fleisch. Die traditionelle Lebensweise erhielt einen schweren Schlag im Jahre 1968, als die Nomaden kollektiviert und von der Regierung zum sesshaften Leben gezwungen wurden. Im Jahre 1981 wurden die Kollektive aufgelöst und die Tiere des Kollektivs gleichmäßig unter den Mitgliedern verteilt: jeder erhielt ebbe 5 Yak, 25 Schafe und 7 Ziegen. |
 |
Diese starke Kollektivierung verurteilte Hunderte von Nomadenfamilien zum Hungern und ließ sie den Versuch der Chinesen, ihren freien Lebensstil unter Kontrolle zu stellen, dramatisch spüren. Heute hat sich die Situation glücklicherweise gebessert und fast alle Nomadenstämme haben ihre alte Lebensweise wieder aufgenommen, aber die Nomaden sind und bleiben die Ärmsten der tibetanischen Gesellschaft. |
|
GESETZLICHER HINWEIS Die Inhalte dieser Website unterliegen den Urheberrechten. Ihre auch nur teilweise Reproduktion zu kommerziellen Zwecken bedarf einer vorherigen schriftlichen Genehmigung von Natural Fantasy® SpA. Die Angaben auf dieser Webseite zu den Produkten, Prüfungen und gesetzlichen Vorschriften dienen der Vereinfachung und sind nur für Italien gültig. Wir behalten uns vor, die Produkte, ihre Eigenschaften und technischen Daten ohne vorherige Information zu ändern. Folglich können die Illustrationen und Texte dieser Webseite Einzelheiten enthalten, die nicht unbedingt dem laufenden Angebot entsprechen.
Die Herstellung dieser Webseite erfolgte unter Anwendung größter Sorgfältigkeit. Trotzdem können wir keine Verantwortung übernehmen für mögliche Fehler oder Ungenauigkeiten in den gemachten Angaben. Für direkt oder indirekt durch die Benutzung dieser Webseite hervorgerufene Schäden lehnen wir jegliche Verantwortung ab. |
|
|
|
|
|