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Für die westlichen Länder ist China selbst oft ein Synonym für Seide und der von China nach Westen führende Weg war als der „Weg der Seide“ bekannt. Der Weg, auf dem schon vor zweitausend Jahren Seide, Parfüm, Gewürze und Edelsteine von China ans Mittelmeer gebracht wurden, ging von Peking aus über Hami im westlichen China, entlang der riesigen Taklamakan-Wüste, vorbei an den Karawanenstädten Aksu und Kashgar, dem heutigen Kashi. |
Von hier erreichten die Händler über zwei das Himalaya Massiv überquerende Varianten Samarkanda und Bokhara im heutigen Uzbekistan, um dann über Iran an die Küsten des Mittelmeers zu gelangen.
Die Reise dauerte ein oder mehrere Jahre, je nach den politischen und militärischen Bedingungen der zu durchquerenden Länder. Diese Route hat sich im Laufe von 15 Jahrhunderten nicht sehr verändert. |
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Im Himmlischen Reich, während der Tang Dynastie (618-907), war Hangzhou das Zentrum der Seidenproduktion und mit den beiden nahe liegenden Städten Wuxing und Jiaxing als das „Haus der Seide“ bekannt. Die Seidenindustrie entwickelte sich dann während der Song Dynastie (960-1279) und der Ming Dynastie (1368-1644) weiter.
In einem Buch des Konfuzius wird erzählt, dass die chinesische Kaiserin S-Ling-Chi schon 2600 Jahre v. Chr. entdeckte, wie man die Seidenraupe züchtet und den Faden webt, und dass das dankbare Volk sie als „Seidengöttin“ verehrte und anbetete.
Eifersüchtig bewacht in den geheimen Winkeln des kaiserlichen Hofs, blieb die Entdeckung für lange Jahrhunderte ein Geheimnis und erst im vierten Jahrhundert n. Ch. bekamen Japan und Indien davon Kenntnis.
Eine andere Legende erzählt von der List einer chinesischen Prinzessin, die den König von Turkestan heiratete und in ihren Haaren einige Eier der Seidenraupe versteckte, um nicht auf ihre seidenen Kleider verzichten zu müssen. |
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Im ersten Jahrhundert n. Chr., unter Kaiser Augustus, kam Rom mit dem Prunk des Orients in Kontakt und die Seide wurde auch in den westlichen Ländern zum Lieblingsgewebe für die Kleidung der Frauen.
Auf den Märkten von Kleinasien hörten die Römer, dass die Seide aus China komme (effektiv nannten sie die Chinesen "Seres", vom griechischen "seres" = Seide), aber sie wussten nicht, aus welchem Grundstoff diese sich zusammensetzte: sie dachten, es handele sich um ein pflanzliches Erzeugnis aus Pflanzen, die es in Europa nicht gab.
Erst später, im sechsten Jahrhundert n. Chr., konnte die Seidenraupenzucht durch eine List auch in den Mittelmeerländern eingeführt werden. |
Es wird erzählt, dass als das Römische Reich im Western unter der Welle der barbarischen Invasionen schon seinem Verfall zuging und die römische Kultur vom Oströmischen Reich erhalten wurde, zwei von Kaiser Justinian (527-565 n. Chr.) zur Verbreitung des Wortes Christi in die asiatischen Länder ausgesandte Mönche, versteckt in ihren Wanderstöcken, einige Kokons der Seidenraupe nach Byzanz (dem heutigen Konstantinopel) mitbrachten.
So kam es, dass in Griechenland, Persien und in den unter direktem byzantinischem Einfluss stehenden italienischen Städten die ersten Seidenraupen gezüchtet wurden. Im IX. Jahrhundert gaben die Araber der Seidenraupenzucht in Persien, Sizilien und vor allem in Spanien erneut Aufschwung. China blieb jedoch der größte Hersteller.
Man kann sagen, dass die Verbreitung der Seidenraupenzucht in den anderen europäischen Ländern vornehmlich auf die Italiener zurückgeht: die Genuesen waren diejenigen, die als erste den Seidenhandel nach Avignon brachten und Italiener waren es, die die ersten Seidenraupen in England und in der Schweiz züchteten.
Wie sollte man das nicht annehmen, wo es doch in Florenz zur Zeit von Dante, in dieser an Industrie und Handel mit den Ländern jenseits der Alpen reichen Stadt, zum Schutz der Rechte der Seidenhändler die „Seidenzunft“ gab. |
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